Mr. Brooks – Endlich wieder ein guter Kostner
In den letzten Jahren sind Filme mit Kevin Kostner leider mehr oder weniger gefloppt (Waterworld, Open Range etc.) - was vorallem an der nicht grade für den Massenmarkt geeigneten Story lag. Und ich bin ehrlich - der Schauspieler Kevin Kostner gefiel mir in Der mit dem Wolf tanzt oder Bodyguard ebenfalls besser. Umso besser gefällt mir, dass Kevin Kostner auch als Produzent nach langer Durststrecke mit Mr. Brooks endlich wieder einen Film schaffen konnte, den ich weiterempfehlen kann.
In Mr. Brooks spielt Kostner - wer mag es ahnen - Mr. Brooks. Earl Brooks ist ein angesehener und wohlhabender Geschäftsmann, ist glücklich verheiratet und eine Tochter die auf dem College ist - aber hat seit 2 Jahren keinen Mord mehr begangen. Getrieben von seinem Alter Ego Marshall (William Hurt) fröhnt er nun wieder seines Hobbies das er selbst als Sucht ansieht und wird dabei von einem Fotograf (Dane Cook) beobachtet. Doch der will kein Geld von Earl - er möchte bei seinem nächsten Streifzug teilnehmen. Natürlich ist Earl auch die Polizei (in Form von Demi Moore) auf den Fersen und so ergibt sich aus diesem recht simplen Plot ein für Earl tödliches aber kalkulierbares Spiel.
Was den Film besonders hervorhebt sind die Zwiegespräche zwischen Kostner und Hurt die sich perfekt ergänzen. Irgendwie schaffen es beide, gleichwertige Teile der Person Earl Brooks zu verkörpern und dem eigenen Part nicht zuviel Gewicht zu verleihen, was die Handlungen von Earl weitestgehend nicht vorhersehbar macht. Kaum vorhersehbar sind auch die Dinge, die in Earls Umwelt ablaufen. Wobei alles plausibel und - wie bei Earl - bis ins kleinste Detail durchdacht ist. Dadurch nimmt die Handlung einige geschickte Wendungen und es ist vorallem der guten Besetzung der Nebenrollen zu verdanken, dass diese Seitenstränge nicht einfach nebenher laufen sondern direkten Einfluss auf das emotionale Verhältnis des Zuschauers zu Earl hat.
Kurzum lässt sich sagen, dass Mr. Brooks vielleicht beim Massenpublikum nicht zwangsläufig alle Rekorde brechen wird - Liebhaber von komplexen Persönlichkeiten und deren Zusammenspiel werden aber defintiv auf ihre Kosten kommen. Und die, die Kevin Kostner noch eine Chance geben wollen, werden es auchnicht bereuen