Aktionismus pur - die ‘lustige Nummer’ der SPD
Es gehört ja in der deutschen (und auch internationalen) Politik inzwischen zum guten Ton, Aktionismus zu versprühen. Beispiele gefällig? Killerspiele, Gewalt an Schulen, Ehrenmorde, Managergehälter.
Um letzteres ist nun wieder eine interessante Diskussion entfacht, die die Frage nach einer Obergrenze für sog. “Topmanager” stellt. Dazu sei gesagt: die SPD stellt diese Frage.
An der Frage ansich, ob es denn sein muss, dass Manager an kurzfristigen Unternehmenszielen anstatt an langfristiger Entwicklung gemessen und auch bemessen werden, ist ansich nichts auszusetzen. Auch die Wirtschaft sieht so langsam ein, dass in Zeiten einer geldgeilen Weltwirtschaft Nachhaltigkeit eventuell mehr Geld bringt, als der schnelle Reibach (siehe Immobilienkrise in den USA):
“Boni, die nur den Erfolg eines Jahres messen, müssen bei vielen Geschäften mit langfristigen Auswirkungen versagen”
-Burkhard Schwenker von der Unternehmensberatung Roland Berger
Nach den fetten Jahren und den kurzlichen “Skandalen” (Ankündigungen von Massenentlassungen) scheint dieses Thema der SPD grade recht zu sein um vom fehlenden Programm mit immer mehr und mehr Aktionismus ablenken zu wollen. In solchen Zeiten, in denen sich eine SPD gerne als “Partei des Arbeiters” sehen würde aber nach 10 Jahren Regierungstätigkeit doch lieber mit Kaviar und Champagner statt Currywurst und Bier feiert, ist es umso erfrischender die bodenständige Stammtischaussage “lustige Nummer” aus den Reihen der SPD zu hören.
Die Person Thilo Sarrazin war mir ehrlich gesagt bis Februar nicht bekannt. Erst durch einen Artikel über Berlins Skurrilsenator gewann der Name Profil und ich habe so die leise Vermutung, dass dieser Mann - wäre er in der Wirtschaft - das Yang zu Ackermann wäre.