Battlefield 1943
Als PS3 Besitzer vermisst man durchaus etwas, was die 360 hervorhebt: die Möglichkeit Spiele von der Festplatte zu starten. BluRays wechseln kann nervig sein. Aber BluRays auf die Festplatte kopieren ist irgendwie unlogisch - der Platz reicht nichtmal für ein halbes Dutzend. Umso schöner, dass es runterladbare Inhalte gibt. Bisher wurde das von Publishern aber nur für "halbgares" genutzt - die klassischen Arcade Spiele wie Worms, Pinball oder Zuma lasse ich da mal außen vor.
Battlefield 1943 wurde schon in vielen Reviews beschrieben, deshalb erspare ich mir an dieser Stelle Erklärungen der Spielprinzips oder der Grafik. Mir geht es um den Gesamteindruck und den kann ich mit einem Wort zusammenfassen: herrlich.
Für knapp 550MB und 13 Euro erwartet jeden Konsolenbesitzer eines der Highlights diesen Jahres. BF1943 ist sehr leicht zugänglich, das Gameplay auf Hochglanz poliert, technisch einwandfrei und für große Emotionen wie gemacht. Das Setting (Pazifik, zweiter Weltkrieg) passt gut zum aktuellen Wetter - Palmen, Strände, Korallenriffe - und wirkt sehr harmonisch. Die 3 zur Verfügung stehenden Klassen (grob zusammengefasst: Scharfschütze, Panzerabwehr, Infanterie) wirken erfrischend unverbraucht im Vergleich zu anderen Genrevertretern und die 4 steuerbaren Fahrzeuge (Jeep, Panzer, Jagdflieger und Landungsboot) fühlen sich angemessen an. Was DICE und EA aber außergewöhnlich gut gelungen ist, vermeiden andere gerne zu oft: das Chaos.
Einen Großteil zur Atmosphäre trägt die zerstörbare Umwelt bei. Panzer die kleine Wälder plattdrücken, Jepps die durch Bombentreffer durch die Luft fliegen und dabei ein Haus einreißen. Oder Jagdflieger die sich überschätzen und beim Versuch noch rechtzeitig hochzuziehen eine Fischerhütte in ihre Einzelteile zerlegen - und sich gleich mit. Kleine Dinge wie durch Explosionen wegfliegende Sandsäcke oder unter dem Gewicht eines Panzers wegknickende Bäume machen das Spielgeschehen nicht nur ein bischen realistischer sondern bieten ganz neue Taktiken. Als Jagdflieger schon halb kaputtgeschossen aber keine Lust über dem Schlachtfeld mit dem Fallschirm abzuspringen? Einfach ein passendes Ziel am Boden aussuchen und mit dem lauten Kreischen eines Jagdflugzeugs im Sturzflugs Harakiri begehen.
Mindestens genausoviel wie die zerstörbare Umwelt trägt der Sound bei. Auch hier herrscht Chaos - im positiven Sinn. Solch ein Harakiri-Angriff von oben kündigt sich so langsam wie auch gefährlich durch das lauterwerdende Kreischen des Motors an. Da geht der Blick automatisch nach oben. Schlachtengetümmel auf der anderen Seite der Insel? Wenn kein Berg im Weg ist durchaus deutlich zu hören. Leider wurde (mal wieder) bei der Qualität des eingebauten Sprachchats geschlampt. Man muss leider mit einer sehr abgehackten Übertragung und fehlenden Mute-Funktion leben. Wenn ein 15jähriger Engländer 30 mal nach der Taste für den Fallschirm fragt bleibt nur der Serverwechsel übrig.