Indiana Jones ein unmoralischer Hosendenker? George Lucas fand die Idee interessant
Dass George Lucas einfach keine Filme mehr machen sollte zeigen ja eindrucksvoll die grottenschlechten "neuen" Star Wars Inkarnationen (inkl. Clone Wars!) und Indiana Jones und das Königreich der Kristallschädel. Dass er aber auch schon in den 70ern ziemlich unwirkliche Gedankengänge besaß, war mir bisher neu.
Im jetzt "veröffentlichten" Transcript für Jäger des Verlorenen Schatzes zwischen Lucas, Steven Spielberg und Lawrence Kasdan wird Lucas im Bezug auf das Verhältnis von Indy zu Marion Ravenwood folgendermaßen zitiert:
GL: I was thinking that this old guy could have been his mentor. He could have known this little girl when she was just a kid. Had an affair with her when she was eleven.
LK: And he was forty-two.
GL: He hasn't seen her in twelve years. Now she's twenty-two. It's a real strange relationship.
SS: She had better be older than twenty-two.
GL: He's thirty-five, and he knew her ten years ago when he was twenty-five and she was only twelve. It would be amusing to make her slightly young at the time.
SS: And promiscuous. She came onto him.
GL: Fifteen is right on the edge. I know it's an outrageous idea, but it is interesting. Once she's sixteen or seventeen it's not interesting anymore. But if she was fifteen and he was twenty-five and they actually had an affair the last time they met. And she was madly in love with him and he ...
Bitte George, hör auf Filme zu machen. Sofort. Bau deine Ranch aus, Geld hast Du ja genug. Wer weiß, vll. kannst Du Dir ja die Neverland Ranch von M.J. kaufen, der hat ja angeblich ähnliche Neigungen...
The Dark Knight
Hype.
So, jetzt wo das Wichtigste erledigt ist eine vollkommen subjektive Einschätzung des Films: gerechtfertigter Hype.
Gelesen habt Ihr sicher schon genug über den neuen Batman Film und die letzten 4 Wochen NICHTS von dem Film mitzubekommen war ziemlich unmöglich. Nachdem ich dieses (zutreffende) Review gelesen hatte hab ich eine Menge erwartet - auch wenn ich Christian Bale nicht wirklich als Batman ansehen kann. Der Eindruck während des Films und danach steht aber: großartig.
Großartig im Hinblick auf die Story, die Charaktere, die Atmosphäre, die schauspielerische Leistung, die Effekte und den Stil des Films. Uneingeschränkte Empfehlung, allein wegen Heath Ledger (nein, nicht weil er tot ist sondern aufgrund seiner schauspielerischen Leistung)
Clone Wars – Dann doch lieber Pazifist sein
9 Euro. 9 Euro hat dieser ~90minütige Film gekostet. Als Film mag ich ihn eigentlich garnicht bezeichnen, aber fangen wir vorne an...
Dass "Krieg der Sterne", "Das Imperium schlägt zurück" und "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" die einzigen wahren Star Wars Teile sind, ist hoffentlich jedem klar. Epischer Handlungsrahmen Gut gegen Böse in verständlichen und in sich abgeschlossenen Häppchen mit viel Charme - das ist für mich Star Wars. Die Prequels die Lucas gewinnbringend auf die Menschheit losgelassen hat scheitern m.E. alle an ihren Ansprüchen die Entstehung einer Welt erklären zu wollen, die wir bereits kennen. Drei Filme sind einfach zu wenig um die politischen, sozialen, technischen und zwischenmenschlichen Spannungen in angemessener Form zu präsentieren - das Ergebnis ist die abartige Geschwindigkeit, mit der die drei neuen Teile durch das Star Wars Universum sprinten und der Irrglaube nur weil das Publikum es erwartet, auch wirklich alles erklären zu müssen.
Was hat das ganze mit Clone Wars zu tun? Nun, Lucas hat aus seinen filmischen Fehlern (die ihm zugegeben mehr Geld eingebracht haben als die filmischen Erfolge mit der originalen Trilogie) bei Clone Wars nicht gelernt. Die Geschichte hat epische Ansprüche, geht es doch um den entscheidenden Krieg im Star Wars Universum. Obi Wan und Anakin sind natürlich die einzigen, die den entführten Spross von Jabba the Hutt retten können - damit man seine Hyperraum-"Autobahnen" nutzen darf. Im Kampf werden ganze Flottenverbände von Sternenkreuzern zerstört und beide erledigen "mal nebenbei" eine gesamte Belagerungsarmee. Das ganze läuft in einem Tempo ab, dass man die kleinen aber wichtigen Details gerne übersieht, wenn man zwei Sekunden unkonzentriert ist. Was man leider nicht übersieht, ist die grottenschlechte Animation der Figuren. Lichtschwertkämpfe sind natürlich immer toll animiert - aber wenn ein Stormtrooper auf einen Stein steigt und dabei sein Knie durchgedrückt ist oder es aussieht als würden sich Anakins Beine 1,05x schneller bewegen als eigentlich "normal", nervt das einfach nurnoch.
Spätestens seit "Episode I" ist Star Wars nurnoch Effektkino. Clone Wars ist nichtmal mehr das. Es ist der Versuch mit einer etablierten IP (Intellecutal Property) und geringen Kosten für das Aufspringen auf einen alten Trend (Animationsfilm) noch mehr Kohle zu machen. Lucas sollte einfach aufhören Filme zu machen... das hat schon Indiana Jones 4 gezeigt.
Star Trek XI – Der Rest der Crew
Nach den Ersten Bildern der Hauptdarsteller ist jetzt auch der Rest der Enterprise Crew optisch vorgestellt worden.
Von links nach rechts: Sulu (John Cho), Scotty (Simon Pegg), McCoy (Karl Urban) und das AK der Enterprise (danke, Michael Mittermeier :D): Checkov (Anton Yelchin)
Die Bilder im Großformat gibt's nach dem Sprung:
Star Trek XI – Erste Crewbilder

Richtig gehört! Der 11. Kinofilm wird Mitte 2009 über die Leinwand flimmern und zu Zeiten des jungen Kirk und Spock spielen. Was genaueres weiß man nicht - kaum verwunderlich, zeigt sich doch J.J.Abrams (LOST, Alias, ...) für die Umsetzung verantwortlich.
Umso überraschender, dass zur Comic Con nun 4 Poster veröffentlicht wurden: die Ersten, die Bilder der Crew zeigen: Kirk (Chris Pine), Spock (Zachary Quinto) , Uhura (Zoe Saldana) - plus den Bösewicht Nero (Eric Bana).
Die kompletten Bilder gibt's nach dem Sprung!
Dokumentation: The King of Kong
Deutsche lieben Dokumentationen. Spätestens seit Guido Knopp und seiner Flut an 3. Reich Dokus die einem so langsam aber sicher auch zum Hals raushängt.
Gamer lieben Dokumentationen abgöttisch. Ich kenne wirklich niemanden aus meinem Bekanntenkreis der beherzter Gamer ist/war und N24 und BR alpha nicht unter seinen Lieblingssender im TV angeben würde.
Was folgern wir daraus? Eine gute Dokumentation über Gamer muss eine Menge Leute ansprechen und einen riesigen Zuspruch in der Welt der Spiele bekommen. The King of Kong - A Fistful of Quarters ist solch eine gelungene Dokumentation.
Billy Mitchell ist einer der bekanntesten Spieler der Welt - aber nicht im Pokern oder in Erscheinungen der Neuzeit (Counterstrike, World of Warcraft) sondern in den Klassikern der Spielegeschichte: Pac Man, Burger Time, Centipede oder Donkey Kong. Seit dem Aufkommen der berühmten Spieleautomaten in den 80ern hielt er mehrere Weltrekorde und schaffte als Erster Mensch überhaupt alle Level in Pac-Man (256!) durchzuspielen. Billy Mitchell ist eine Legende.
Steve Wiebe dagegen ist ein Familienvater aus Kirkland, Washington. Nachdem er arbeitslos wurde, entdeckte er durch Zufall den Highscore den Billy Mitchell Jahre zuvor aufgestellt hatte und bis zu diesem Zeitpunkt niemand schlagen konnte. An dieser Stelle beginnt die Jagd nach dem Highscore und der Anerkennung.
The King of Kong zeigt deutlich, wie weit Menschen (im positiven wie auch negativen) in der Lage sind sich für etwas einzusetzen. Wie wichtig es für einen sein kann etwas zuende zu führen, sein Ziel zu verfolgen und nicht aufzugeben.
Der "Kampf" zwischen Wiebe und Mitchell wird zudem vom Regisseur Seth Gordon genial mit filmischen Mitteln umgesetzt. The King of Kong macht nicht den Eindruck einer Dokumentation, sonder vielmehr den eines komplizierten und aus Verschwörungstheorien bestehenden Thrillers mit wahrem Hintergrund - und einer gehörigen Portion Humor. Dabei wurde viel Wert darauf gelegt, es allein dem Zuschauer überlassen sich aus dem erzählten und gezeigten eine eigene Meinung zu bilden u das erst macht diese Dokumentation zu einer absoluten Alternative zu jedem Samstagsabend-Film.
Leider noch nicht in Deutschland erschienen, bleibt der Import der DVD (z.B. über amazon.com) die einzige Möglichkeit sich dieses Meisterwerk anzusehen. Für mich allerdings ist dies die beste Dokumentation die ich bisher gesehen habe und verdrängt damit Bowling for Columbine von Platz 1.
Kreativität – Motor der Menschheit
Ein etwas älterer Mitschnitt eines Vortrages ist mir heute wieder in's Auge gefallen und ich kann ihn nur jedem empfehlen, der daran interessiert ist sich persönlich zu entwickeln und über seinen eigenen Tellerrand hinausschaut:
Besser kann man - wie ich finde - die Situation nicht ausdrücken.
Ironisch, dass sich das dort erzählte auch in dem zweiten Video manifestiert.
Schrecklich, dass die Masse der Menschheit aus den Fehlern der Vergangenheit nicht lernen kann oder will.
Großartig, dass das der Kreativität einzelner dennoch keinen Abbruch tut.
Verwertungsgesellschaft für Medienunternehmen, oder: "Wie vergraule ich mir Zuschauer?"
Bis heute hatte ich noch nichts von der VG Media (Verwertungsgesellschaft für Medienunternehmen) gehört, doch scheint es ein ähnlich hirnloser Laden zu sein, wie die GEMA. Ich nutze seit einiger Zeit TV Browser um zu schauen, wann wirklich mal was interessantes im TV läuft. TV Browser ist sozusagen eine (kostenlose) digitale TV Zeitschrift mit Informationen zum aktuellen TV Programm der Sender. Folgendes musste ich heute allerdings lesen:
Leider müssen wir euch allerdings auch mitteilen, dass die VG Media ab dem 1.1. für alle Sender, die in der VG Media vertreten sind, eine Gebühr für die Nutzung der Daten erheben wird.
Ein kurzer Blick in die Vertragsbedingungen der VG Media und die zu entrichtende Gebühr wird deutlicher:
Soweit der EPG den Fernsehzuschauern nicht mittels Fernsehempfangsgeräten (Fernseher, Set-Top-Boxen oder ähnliche Geräte), sondern ausschließlich auf Internetseiten zugänglich gemacht wird (Internet-EPG), beträgt die Vergütung EUR 0,0002 pro Seitenabruf, jährlich jedoch mindestens EUR 2.000,-
Das heisst im Klartext: ein Programm, das die Benutzer dazu ermutigt, TV (und damit auch Werbung!) zu schauen, wird von den TV Kanälen dazu gezwungen, für die Unterstützung auch noch zu zahlen. Das ist fast so, als würde ein Fanclub des FC Bayern noch Geld dafür zahlen müssen, seine Mitglieder über Termine und Events des Clubs zu informieren. Nicht, dass ich das dem FCB nicht auch zutrauen würde, aber was zum Teufel ist los, in Deutschland?
Für mich steht fest: ich boykottiere die Sender, die hinter der VG Medien stehen. Namentlich sind dies: DSF, kabel eins, MTV, N24, NICK, n-tv, ProSieben, Sat.1, RTL, RTL II, VOX, VIVA und noch einige kleinere Sender. Nicht, dass diese Sender in den letzten 5 Jahren auch nur irgend einen Beitrag dazu geleistet hätten, die deutsche TV Landschaft qualitativ hochwertiger zu gestalten, aber den Entscheidungsträgern in diesen Fernsehgesellschaften hat jetzt wohl mehr als ein Frosch in die Locken gefurzt.
Mr. Brooks – Endlich wieder ein guter Kostner
In den letzten Jahren sind Filme mit Kevin Kostner leider mehr oder weniger gefloppt (Waterworld, Open Range etc.) - was vorallem an der nicht grade für den Massenmarkt geeigneten Story lag. Und ich bin ehrlich - der Schauspieler Kevin Kostner gefiel mir in Der mit dem Wolf tanzt oder Bodyguard ebenfalls besser. Umso besser gefällt mir, dass Kevin Kostner auch als Produzent nach langer Durststrecke mit Mr. Brooks endlich wieder einen Film schaffen konnte, den ich weiterempfehlen kann.
In Mr. Brooks spielt Kostner - wer mag es ahnen - Mr. Brooks. Earl Brooks ist ein angesehener und wohlhabender Geschäftsmann, ist glücklich verheiratet und eine Tochter die auf dem College ist - aber hat seit 2 Jahren keinen Mord mehr begangen. Getrieben von seinem Alter Ego Marshall (William Hurt) fröhnt er nun wieder seines Hobbies das er selbst als Sucht ansieht und wird dabei von einem Fotograf (Dane Cook) beobachtet. Doch der will kein Geld von Earl - er möchte bei seinem nächsten Streifzug teilnehmen. Natürlich ist Earl auch die Polizei (in Form von Demi Moore) auf den Fersen und so ergibt sich aus diesem recht simplen Plot ein für Earl tödliches aber kalkulierbares Spiel.
Was den Film besonders hervorhebt sind die Zwiegespräche zwischen Kostner und Hurt die sich perfekt ergänzen. Irgendwie schaffen es beide, gleichwertige Teile der Person Earl Brooks zu verkörpern und dem eigenen Part nicht zuviel Gewicht zu verleihen, was die Handlungen von Earl weitestgehend nicht vorhersehbar macht. Kaum vorhersehbar sind auch die Dinge, die in Earls Umwelt ablaufen. Wobei alles plausibel und - wie bei Earl - bis ins kleinste Detail durchdacht ist. Dadurch nimmt die Handlung einige geschickte Wendungen und es ist vorallem der guten Besetzung der Nebenrollen zu verdanken, dass diese Seitenstränge nicht einfach nebenher laufen sondern direkten Einfluss auf das emotionale Verhältnis des Zuschauers zu Earl hat.
Kurzum lässt sich sagen, dass Mr. Brooks vielleicht beim Massenpublikum nicht zwangsläufig alle Rekorde brechen wird - Liebhaber von komplexen Persönlichkeiten und deren Zusammenspiel werden aber defintiv auf ihre Kosten kommen. Und die, die Kevin Kostner noch eine Chance geben wollen, werden es auchnicht bereuen